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Bewegung oder Skalpell – ganz oder fragmentarisch?

Wohl kein Körper ist ganz perfekt. Und wer kritisch ist und vielleicht auch unsicher, wird „dies und das“ finden, was „eigentlich unerträglich“ ist. Nun wird man eine schiefe Nase nicht durch sportliches Tun korrigieren können. Und so ist dann der Schönheitschirurg der richtige Ansprechpartner. Eine grundsätzlich nachvollziehbare und verständliche Entscheidung.

Kritisch diskutieren sollte man die Frage, wie man sich bei Übergewicht und den daraus folgenden Problemzonen verhält: Sind Fettabsaugungen und Hautstraffungen das richtige Mittel, um sich wohler zu fühlen, dem – eigenen – Schönheitsideal näher zu kommen? Und hält das Ergebnis an?

Zunächst versprechen Sie jedenfalls schnellen Erfolg – begleitet von Risiken, Schmerzen und einem längeren Heilungsprozess. Ganz abgesehen von den Kosten. Und: Die beste Operation strafft nicht die Muskulatur, verhilft nicht zu einer aufrechten Haltung und vielleicht sogar zu einem veränderten Körperbewusstsein.


Dies ist kein Plädoyer für Sport als Allheilmittel.
Und auch keine Schmähschrift, was die Schönheitschirugie betrifft.

Aber ein Körper, dem alle Spuren zivilisatorisch bedingter Vernachlässigung anzusehen sind, wird durch die Korrektur eines einzelnen Bereiches nicht an “Schönheit” gewinnen. Alles andere bedeutet aber zunächst Verzicht, Selbstdisziplin, es kostet Zeit und Kraft. Und das Vertrauen in die Regenerationsfähigkeit des eigenen Körpers ist oft gering. Dazu kommt noch der innere Schweinehund, der im Übrigen auch gut genährt ist. Und ständig im Weg steht. Aber auch der wird umgänglicher, wenn er weniger/artgerecht gefüttert wird…und Bewegung bekommt. Wer gezielt und konsequent entsprechende Ernährungs- und Bewegungskonzepte verfolgt, wird doch vergleichsweise schnell Erfolge sehen – und vom eigenen Körper belohnt: Mit großzügiger Ausschüttung körpereigener Endorphine, die glücklicher machen, als alle Glückspillen dieser Welt. Nicht nur, weil Endorphine – wie die Morphine – rauschähnliche Glückszustände verursachen (bitte nicht zu viel erwarten!). Sondern auch, weil man selbst etwas geschafft hat. Der innere Schweinehund ist magerer geworden und steht nicht mehr kläffend im Weg, wenn die sportliche Betätigung ansteht. Er läuft mit! Und irgendwann wedelt er sogar mit dem Schwanz, wenn man die Sporttasche packt. Sport strafft nicht nur ganz erheblich die Problemzonen, sondern den ganzen Körper – und den Geist gleicht mit. Wer erkannt hat, dass e r der “Herr der Fettzellen” ist, deren Wiederkehr kein Skalpell verhindern kann, wird wohl kaum auf Arztsuche “in Sachen Schönheit” gehen, sondern irgendwann gelassen am korpulenten Schönheitschirurgen im zu klein gewordenen Sportwagen vorbei joggen – und freundlich winken.

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