Ergonomie am Arbeitsplatz: Bürostühle im Test
Es gibt sie immer wieder, diese viel gebrauchten Fremdwörter, die man gerne selbst verwendet – und, nach einer Erklärung gefragt, viele Beispiele bemühen muss, um den Sinn zu beschreiben: Ergonomie ist eines davon und bezeichnet die Wissenschaft, die sich mit der Leistungsfähigkeit des Menschen unter den besonderen Bedingungen des Arbeitsplatzes auseinandersetzt – mit dem Ziel, der Leistungsfähigkeit zu dienen. Sie ist eine Wissenschaft, die sich mit anderen Wissenschaften vielfach überschneidet, oder sie verbindet: Um Sitzmöbel zu konzipieren und zu konstruieren, die ergonomischen Kriterien entsprechen, sind nicht nur Möbeldesigner und Ingenieure von Bedeutung, sondern ebenso Ärzte – Orthopäden, Physiotherapeuten und viele andere. Wenn ein Bürostuhl ergonomischen Bedingungen entsprechen soll, muss er sehr viele Voraussetzungen erfüllen, die in verschiedenen Bereichen liegen. Denn unsere Leistungsfähigkeit wird von vielen Faktoren beeinflusst.
Ergonomie tut immer gut
Vereinfacht könnte man sagen, dass ein Bürostuhl unserer Leistungsfähigkeit dann förderlich sein wird, wenn er uns gefällt, praktisch gut zu verwenden ist und wir weder am nächsten Tag, noch Wochen und Monate später Haltungsschäden durch seine Nutzung erlitten haben – sondern uns vielmehr jeden Tag richtig gut fühlen. Denn falsches Sitzen, oder der falsche Stuhl, können zu spürbaren gesundheitlichen Belastungen und Folgeerscheinungen führen. Ergonomisch konzipierte Bürostühle sind daher in jedem Fall zu empfehlen, denn sie entlasten und stützen den Bewegungsapparat. Natürlich gibt es auch hier entsprechende Produkttests, deren Aussagefähigkeit nicht bezweifelt werden soll – der einzelne und konkrete Fall, individuelle Sitzgewohnheiten und korrespondierende Arbeitsbedingungen können dort jedoch nicht erfasst werden.
Ergonomie im Test – und ganz individuell
Ein Bürostuhl Test, der die individuellen Erfordernisse des Einzelnen erfasst, ist kaum möglich. Und so sollte man die differenzierten und hilfreichen Testergebnisse noch einmal im Hinblick auf die ganz persönlichen körperlichen Voraussetzungen und Bewegungsabläufe nebst konkreten vorhandenen Bedingungen betrachten. Wer besonders groß, oder klein ist, benötigt zum Beispiel andere Sitzlängenmaße und Rückenlehnenhöhen. Die Proportionen des Bürostuhls müssen denen des Körpers im Wesentlichen entsprechen. Es ist sinnvoll, die eigenen Gewohnheiten genau zu analysieren und auch mögliche vorhandene Beeinträchtigungen nicht zu vergessen – vielleicht macht es Sinn, eine Kollegin, oder einen Kollegen einmal zu bitten, mehrere Fotos von Sitzpositionen zu machen und auch einmal tatsächlich zu zählen, wie oft man aufsteht und sich wieder setzt. Eine derartige Dokumentation wird unter Umständen überraschende Erkenntnisse über eigene Bewegungsabläufe und auch zunächst unbewusst gebliebene Sitzpositionen vermitteln und ist eine gute Grundlage, um das, was ein Bürostuhl Test vermittelt, mit den ganz eigenen Voraussetzungen und Bedürfnissen zu ergänzen/verknüpfen und so einen Bürostuhl zu finden, der in besonderer Weise den eigenen ergonomischen Erfordernissen gerecht wird. Einem Bürostuhl, den man wahrscheinlich am liebsten jeden Abend mit nach Hause nehmen würde – oder vielleicht bald die Anschaffung eines zweiten für zu Hause in Erwägung zieht – denn ergonomisches Sitzen tut überall gut.
